Alanya im Türkische Riviera-Lexikon

Neben Antalya ist Alanya einer der beliebtesten Ferienorte an der Türkischen Riviera. Alanya ist rund 135 Kilometer von Antalya entfernt und ist heute einer der größten Urlaubsorte in der Türkei. In der Antike hieß Alanya Korakesion und gehörte zum Gebiet der Pamphylien. Bezogen ist der Name auf einen hügeligen Felsvorsprung, der weit ins Meer hinein reicht. Auf den Hügel baute man in der hellenistischen Zeit eine Verteidigungsmauer und im 2. Jahrhundert v. Chr. befand sich hier die Basis kilikischer Piraten, dessen Häuptling Diototus Tryphon eine Festung erbaute. In der byzantinischen Phase hieß der Ort Kalon Oros, was schöner Berg bedeutet. In dieser Zeit entstand auch die Kirche in der Festung. Im Jahre 1221 nahm der seldschukische Sultan Alaeddin Keykubad O die Stadt ein und benannte sich Alaiye. Der ursprüngliche Name der Stadt stammt aus dem 13. Jahrhundert und kommt von Ale-iya, was Stadt des Ala bedeutet. Zu dieser Zeit war Alanya die Winterresidenz des seldschukischen Sultans Rum Alaeddin Kai Kobad I. Der heutige Namen stammt von Kemal Atatürk aus dem Jahre 1933. Alanya erstreckt sich an einer Steilküste mit sehr schroffen Klippen und einem beeindruckenden Gebirge auf der anderen Seite. Das sog. Taurusgebirge sorgt auch dafür, dass das raue Meersklima nicht in das Landesinnere kommen kann, weshalb hier die Sommer sehr heiß und trocken und die Winter sehr mild sind. An der Küste warten viele Strände auf den Besucher, an denen man nicht nur wunderbar baden gehen kann, sondern auch jede Menge Sportmöglichkeiten angeboten werden. Surfen, Jetski und Segeln sowie Tauchen sind hier feste Bestandteile der Freizeitbeschäftigung.

Museen und Bauwerke in und um Alanya

In Alanya gibt es unheimliche viele Museen und wunderschöne Bauwerke, die man sich in jedem Fall während seines Urlaubes ansehen sollte. Eines der interessantesten Museen ist das archäologische und ethnographische Museum, in dessen Garten sich ein osmanischer Friedhof befindet. Das Highlight des Gartens ist eine Bronzestatue des Herakles. Im ethnographischen Museum kann man seht viele Bildnisse und filigrane Arbeiten aus der Seldschukenherrschaft bestaunen. Ein Zimmer im Museum wurde originalgetreu dem 19. Jahrhundert nachgebaut und gibt einen tollen Einblick in das Leben der Einheimischen in Alanya. Ein weiteres, sehr interessantes Museum ist das Atatürk-Museum, dass es in fast jeder größeren Stadt der Türkei gibt. In Alanya findet man es in einem prunkvollen Herrenhaus, das in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erbaut wurde. Besichtigen kann man Fotos und Dokumente sowie eine Gegenstände aus dem persönlichen Hab und Gut des Staatsmannes. Im Obergeschoss des Atatürk-Museum befindet sich eine Ausstellung zum Leben der osmanischen Oberschicht im 19. Jahrhundert. Zu den beeindruckendsten Bauwerken gehört der Rote Turm, der das Wahrzeichen der Stadt ist. Er ist 33 Meter hoch und wurde im Jahre 1225 gebaut, um den Hafen und die nahegelegene Werft zu schützen. In den 1950er Jahren hat man den Turm umfangreich saniert und restauriert und nutzt ihn heute für wechselnde Ausstellungen. Atemberaubend ist der Ausblick von Dach des Toren Turms. Zudem sehr interessant ist die seldschukische Werft, die sich ganz in der Nähe des Roten Turm befindet. Sie ist die einzige ihrer Art, die bis heute erhalten geblieben ist und wurde einst vom Sultan Alaeddin Kekobat erbaut. Im Innern befinden sich Galerien, die man einst für den Bau der Schiffe benötigte. Sie sind kunstvoll in den Fels hineingehauen und dass teilweise bis zu 42 Meter tief.

Essen und Trinken in Alanya

Die Preise für Getränke und Speisen haben in der Urlaubsregion Alanya inzwischen westliches Niveau erreicht. Dies gilt für landestypische Spezialitäten ebenso wie für internationale Speisen wie Pizza und Pommes. Allerdings gibt es auch sehr viele Angebote für den schlanken Geldbeutel, besonders dort, wo nicht der Massentourismus vorherrschend ist. Die türkische Küche ist dafür bekannt, dass sehr viele unterschiedliche Fleischgerichte mit viel frischem Gemüse auf der Speisekarte steht. Viele Gemüsesorten werden dabei mit Hackfleisch oder mit Reis gefüllt und kalt oder aber auch warm serviert. Das Fleisch und das Gemüse kann aber auch frittiert sein und wird auch häufig in Kombination mit Joghurt angeboten. In unzähligen Variationen wird das Lamm, Rind- und Kalbfleisch zubereitet und auch Hühnchenfleisch steht regelmäßig auf de Speisekarten der türkischen Restaurants. Abgerundet wird das Angebot durch zahlreiche Fischgerichte, die an der Türkischen Riviera allerdings meist recht teuer sind. Ein typisch türkisches Frühstück besteht aus Weißbrot mit Tomaten sowie Schafskäse, Oliven, verschiedenen Marmeladen und Honig. In den Hotels bekommt man dazu einen Tee und auf Wunsch auch einen Kaffee. In den großen Hotelanlagen hat man das Frühstück sehr an die Touristen angepasst, sodass man aus einem reichhaltigen Angebot wählen kann. Traditionell trinkt man zu kleineren Gerichten oder zu Vorspeisen den Anis-Schnaps Raki, der mit Wasser verdünnt wird. Zum Hauptgang kann man aus einer großen Auswahl an türkischen Weinen wählen und ein türkischer Kaffee bildet immer den Abschluss eines ausgedehnten Mahls. Charakteristisch für die kleinere Restaurants, weit weg von den Tourismushochburgen, ist, dass man schon mal in die Küche schauen darf und sich selbst ein Bild von der Zubereitung und der frische der Lebensmittel machen kann.

Reisetipps für die Alanya Reise

Wie in vielen anderen Urlaubsländer auch, gibt es für Alanya und die Türkei im Allgemeinen einige Verhaltensregeln, an die man sich besser halten sollte. Zudem gibt es immer einige wertvolle Tipps, die man berücksichtigen sollte. So sollte man in jedem Fall von Deutschland aus ausreichend Filmmaterial mitnehmen, denn in der Türkei sind Filme sehr teuer. Fotografieren ist in fast allen Sehenswürdigkeiten erlaubt, allerdings sollte man sehr vorsichtig damit sein, Einheimische ohne deren Erlaubnis zu fotografieren. Besonders die türkischen Frauen möchten nicht sehr gerne fotografiert werden und auch so manch türkischer Mann hat ordentlich etwas dagegen. In keinem Fall aber darf man Menschen fotografieren, die gerade mitten im Gebet sind. Die Religion ist den Türken ohnehin sehr wichtig und so sollte man in jedem Fall die Schuhe ausziehen, wenn man eine Moschee von innen besichtigen möchte. Des Weiteren darf man keine Shorts tragen, was für Männer und Frauen gleichermaßen gilt. Frauen sollten zudem nackte Arme bedecken und in den ländlichen Gegenden darf man meist auch nur mit Kopftuch eine Moschee betreten. Auch sehen es die Türken nicht sehr gerne, wenn man sich in der Öffentlichkeit ausgiebig küsst, sich betrinkt und laut singt oder ich sonst wie auffällig benimmt. Wasser aus der Leitung sollte man grundsätzlich vor dem Genuss abkochen und zum Zähneputzen besser Wasser aus dem Supermarkt erenden. Auf Speiseeis sollte man besser meiden, denn die Gefahr einer Magen- und Darmerkrankung ist sehr groß. Sehr günstig erwerben kann man in der Türkei Medikamente, denn sie kosten hier nur einen Bruchteil von dem, was man in Deutschland für rezeptfreie Medikamente bezahlt.



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