Myra im Türkische Riviera-Lexikon

Myra ist eher unter den Namen Demre oder Kale bekannt und ist eine Stadt in der es viele Gewächshäuser gibt. Die Stadt ist rund 25 Kilometer von Finike entfernt und war einst eine bedeutende Großstadt. Myra gehört zur Provinz Antalya an der Türkischen Riviera und ist touristisch sehr interessant. Von der Zeit als Großstadt ist allerdings nicht besonders viel erhalten geblieben, bis auf die lykischen Gräber, die aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. stammen und in Hausform aus einem Stein geschlagen sind. Charakteristisch ist, dass mehrere Generationen einer Familien ihre Grabhäuser übereinander in ein und denselben Felsen gehauen haben. So konnten sie sie als Monumente für ihre Nachfahren hinterlassen. Die Felsengröber von Myra sind zudem mit beeindruckenden lykischen Inschriften und umfangreichem Reliefschmuck versehen. Myra wurde im 2. Jahrhundert n. Chr. eine Metropole, in der das faszinierende Theater entstand, dass bis heute noch gut erhalten geblieben ist und besichtigt werden kann. Ein weiteres touristische Highlight ist die Kirche in der der Stadtmitte von Myra. Zu Ehren von St. Nikolaus, der hier als Bischof tätig war, wurde im 8. Jahrhundert die Bischofskirche St. Nikolaus errichtet. Bestaunen kann man hier einige Fresken und Reste von einem Mosaikfußboden, der aus dem 9. oder 10. Jahrhundert stammt. Bis zum Mittelalter befanden sich die sterblichen Überreste des St. Nikolas, der der Schutzpatron der Stadt ist, in Myra. Sie wurden allerdings gestohlen und befinden sich heute in Bari in Italien. Seitdem ist Bari eine Pilgerstätte des St Nikolaus-Kultes. Im Laufe der Jahre wurde Myra von Dreck und Schlamm des Demre-Flusses begraben und wurde erst durch den deutschen Archäologen Jürgen Borchhardt zwischen 1969 und 1968 wiederentdeckt und erforscht.


Hauptseite | Impressum